Hundezentrum Stössing Entenfellner: Wohnzimmerzucht oder Hundezucht im großen Stil?
Wer einen Welpen kauft, stellt sich oft eine kleine, familiäre Hundezucht vor. Ein paar Hunde, die mit der Familie zusammenleben. Welpen, die im Wohnzimmer aufwachsen, spielen und von klein auf an Menschen gewöhnt werden.
Aber passt dieses Bild zum Hundezentrum Stössing?
Uns liegen dazu bemerkenswerte Zahlen und Informationen vor.
Mehr als 70 Zuchthündinnen!
Diese Größenordnung wurde bei einer behördlichen Kontrolle im April 2024 nach Angaben eines beteiligten Amtstierarztes festgestellt.
Rund 50 Zuchthündinnen und sechs Rüden!
Das ist der von einem Verantwortlichen im Februar 2026 selbst angegebene Bestand. Die Welpen kommen noch dazu.
1.283 registrierte Hunde in gut sechs Jahren!
So viele Hunde wurden zwischen Februar 2020 und April 2026 von einer am Betrieb beteiligten Person in der österreichischen Heimtierdatenbank registriert.
Das sind rechnerisch rund 206 Hunde pro Jahr – oder 17 Hunde pro Monat!
Natürlich bedeutet eine Registrierung nicht automatisch, dass jeder dieser Hunde in Stössing geboren oder dort verkauft wurde. Die Zahl zeigt aber, welche Größenordnung hier dokumentiert ist.
Und wo wachsen die Welpen auf?
Bei einer behördlichen Kontrolle wurden Zwingeranlagen und ein ehemaliger Schweinestall beschrieben. Dort wurden nach den Angaben der kontrollierenden Amtstierärzte unter anderem hochträchtige Hündinnen und Muttertiere mit ihren Welpen gehalten.
Das wirft eine naheliegende Frage auf: Wie viel individuelle Betreuung, menschliche Zuwendung und Sozialisierung ist bei einer derart großen Zahl von Zuchttieren und Welpen tatsächlich möglich?
Auch das öffentliche Umfeld des Zuchtbetriebs ist interessant. Maggi „Grete“ Entenfellner, die Schwester beziehungsweise Tante der Betreiber, kennt den Zuchtbetrieb ihres Bruders und ihrer Nichte offenbar gut. Jedenfalls hat sie deren Instagram-Auftritte wiederholt mit einem „Gefällt mir“ versehen.
Und schließlich stellt sich noch eine weitere Frage: Werden ausschließlich selbst gezüchtete Welpen verkauft? Oder werden auch Hunde aus anderen Zuchtbetrieben zugekauft und weiterverkauft?
Wir behaupten nicht, dass Letzteres der Fall ist. Bei den dokumentierten Größenordnungen halten wir aber Transparenz über die Herkunft der angebotenen Welpen für besonders wichtig.
Unser Fazit:
Mehr als 70 Zuchthündinnen bei einer Kontrolle. Rund 56 erwachsene Zuchttiere nach späterer eigener Bestandsangabe. Und über 1.200 Hunderegistrierungen innerhalb von gut sechs Jahren.
Das sind keine Zahlen, die man gewöhnlich mit einer kleinen Wohnzimmerzucht verbindet.
Wer einen Welpen kauft, sollte daher nicht nur den Verkaufsraum sehen wollen, sondern auch die tatsächlichen Aufzuchtbedingungen kennenlernen.
Wo wurde der Welpe geboren? Wo hat er seine ersten Lebenswochen verbracht? Kann man die Mutterhündin sehen? Wie viel Kontakt hatte der Welpe täglich zu Menschen?
Denn ein schöner Verkaufsraum sagt noch nichts darüber aus, wie ein Welpe aufgewachsen ist.

Tierschutzverein LUNA – Wir schauen hin



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